Nur wer Sinn stiftet, kann auch Wert schöpfen.

In Zeiten des Umbruchs stellt die Orientierung an einem übergeordneten Sinn für Unternehmen einen wertvollen Kompass dar.
Im Gespräch loten Wirtschaftsprofessor Bernd Ankenbrand und Julie Linn Teigland von EY den Zusammenhang zwischen Profit und Purpose aus – und den Weg zu mehr Sinnorientierung.

Hier Teil 1 des Gesprächs:
Bernd Ankenbrand: Frau Teigland, die Frage nach dem Sinn unseres Tuns beschäftigt heute immer mehr Menschen. Wenn ich etwa mit meinen Studenten darüber diskutiere, was sie später von ihrem Arbeitgeber erwarten, steht ein Wunsch an erster Stelle: Sie wollen einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen. Wie zwingend ist es in diesem Zusammenhang für Unternehmen, darauf eine Antwort zu geben?

Julie Linn Teigland: Ich glaube, dass erfolgreiche Unternehmen gut beraten sind, einen Sinn, ein Leitbild für sich zu entwickeln. Organisationen sind keine statischen Gebilde, sie sind im Laufe der Zeit zu dem geworden, was sie sind. Heute sind sie an einem Punkt angekommen, an dem es notwendiger ist, ein Leitbild zu formulieren, darüber zu sprechen und es zur Richtschnur des eigenen Handelns zu machen. Das gab es früher auch, bloss war das nicht so ausgeprägt.

Ankenbrand: Mit der geschichtlichen Entwicklung sprechen Sie einen wichtigen Punkt an. Denn genauso, wie sich Organisationen im Laufe der Zeit entwickeln, entwickelt sich auch der Begriff dessen, was wir für sinnvoll erachten. Generell gilt: Ob etwas sinnvoll ist, hängt davon ab, welche Massstäbe ich anlege. Historisch gesehen gibt es in jeder Epoche der Menschheits- und Wirtschaftsgeschichte Massstäbe, die definieren, was sinn- und wertvoll ist. Diese Massstäbe haben sich im Laufe der Zeit evolutionär verändert, sie wurden komplexer, differenzierten sich aus.
In den frühen Stammesgesellschaften zum Beispiel zählten Macht, Ehre und Dominanz. In der Industrieökonomie waren es Produktivität und Disziplin. Heute, in der Post-Informationsökonomie, gewinnen Werte wie Nachhaltigkeit, Selbstorganisation und Vernetzung an Bedeutung. Das heisst, auch früher wurde nicht ohne Sinn und Verstand gewirtschaftet. Es galten nur andere Massstäbe.
Unser Sinnbegriff verschiebt sich gerade, daher müssen wir jetzt mehr darüber reden, was wir unter „sinnvoll“ verstehen.

Das vollständige Gespräch finden Sie im Magazin „Entrepreneur“ unter diesem Link: https://www.eycom.ch/de/Publications/20161213-Entrepreneur-by-EY-Magazin-fuer-unternehmerische-Kompetenz-02-2016/download